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Debora: «…wo die Türen und Ohren für mich offen sind.»

«Nach meinem Lehrabbruch, einem Arbeitsintegrationsprogramm und einem Praktikum im Detailhandel landete ich per Zufall über meinen Cousin bei der Streetchurch. Er nahm Sozialberatung in Anspruch und arbeitete bei der Sozialfirma. In der Freizeit gingen wir mit der Streetchurch bowlen, Pizza essen etc. So habe ich die Leute kennengelernt und fasste Vertrauen zu ihnen. Damals startete das Top4Job und ich wurde gefragt, ob ich daran teilnehmen möchte. Die Streetchurch gab mir die notwendige Hilfe, die ich in dem Moment gebraucht hatte für meinen Weg. Ich merkte, dass die Leute hinter mir standen und mich ermutigten. Wenn ich bspw. mal nicht kam, weil ich einen Durchhänger hatte, wurde nachgefragt:

Wo bisch? Mir vermissed dich da. Was isch los? Chum verbii, dänn luegemers ah.

Ich merkte, dass ich nicht alleine bin und dass man mit mir kämpfte. So konnte ich dran bleiben und fand dann wieder eine Lehrstelle als Köchin. Während der Lehre war ich sehr froh, dass ich immer noch hierhin kommen konnte um zu lernen und auch dabei unterstützt wurde.
Ich fände es übrigens sinnvoll, wenn die Streetchurch auch im Bereich Gastro etwas anbieten würde. Es gibt einfach zu wenig Angebote in dieser Richtung und es gibt immer mehr junge Menschen, die eine Zwischenstufe brauchen, um in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen und die manchmal auch einfach einen sanften Arschtritt brauchen.
Ich selbst schloss vor 5 Jahren dann die Lehre erfolgreich ab und hatte schon neue Pläne: Ich wollte Sozialpädagogin werden. Leider hat das aus verschiedenen Gründen nicht geklappt, obwohl ich hart dafür gearbeitet habe. Zu allem Ärger kam noch dazu, dass ich merkte, dass meine Handegelenke den Job in der Küche nicht mehr mitmachen wollten. Wieder musste ich zum RAV und zum Sozialamt. Das war alles irgendwie frustrierend, nach all dem, was ich in den letzten Jahren geleistet hatte. Nun mache ich aber das Handelsdiplom. Meinen Praktikumsplatz im kaufmännischen Bereich fand ich unverhofft in dem Altersheim, in dem ich zuletzt als Köchin angestellt war. Den Traum vom Sozialbereich habe ich aber noch nicht aufgegeben und hoffe, dass ich über den kaufmännischen Bereich so doch noch reinrutschen kann.
In all den Jahren war es schön im Hinterkopf zu haben, dass, wenns überhaupt nicht mehr klappt, da noch die Streetchurch ist, wo die Türen und Ohren für mich offen sind.»

Debora, ehemalige Top4Job-Teilnehmerin

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